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Geschichte und Geschichten des Schreckens

“Geschichte und Geschichten des Schreckens –

Wie denkt und dichtet man die transnationale Erinnerung an den spanischen Bürgerkrieg?”

Ein Gespräch mit

Verena Boos (Autorin des Romans Blutorangen) und

Natan Sznaider (Professor für Soziologie, Tel-Aviv-Yaffo)

Mittwoch, 22. Juni, ab 13:15 Uhr, IG 1.414

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“Für die junge Spanierin Maite ist das Studium in München vor allem eine Chance, ihrem konservativen Elternhaus zu entfliehen. Ihre Heimat Valencia, berühmt für den Handel mit makellosen Orangen, wird ihr allmählich fremd. Sie verliebt sich in Carlos, der aus einer deutsch-spanischen Familie stammt, und befreundet sich mit seinem Großvater Antonio. Der alte Emigrant berichtet von nie gehörten Ereignissen und erzählt doch nicht alles. Eines Tages wird aus der Zuhörerin eine Fragerin: Wie gelangte ihr Vater in eine deutsche Uniform?” (http://blutorangen.com/)

„Die 1977 geborene promovierte Historikerin schlägt die düstersten Kapitel spanischer und deutscher Vergangenheit auf. ‘Blutorangen’ kreist um die vielschichtigen Verbindungen zwischen Franco-Diktatur und Nationalsozialismus, um das Schweigen über Schuld und Traumata und dessen fatale Folgen selbst noch für die Generation der Enkel.“ (Stefanie Laaser, SWR)

Verena Boos, Autorin des Romans Blutorangen (2015, Aufbau-Verlag), arbeitet als Journalistin, Referentin und Autorin; zudem ist sie Mitglied des Frankfurter Autorenkollektivs Plan B. Nach einem Studium der Anglistik und Soziologie folgte eine Promotion in Zeitgeschichte. Ihr Roman Blutorangen wurde 2015 sowohl mit dem Grimmelshausen-Förderpreis und dem Debütpreis des Buddenbrookhauses ausgezeichnet, und erhielt außerdem den Hamburger Mara-Cassens-Preis für das beste Debüt des Jahres 2015. 

Natan Sznaider ist Professor für Soziologie am Academic College of Tel-Aviv-Yaffo in Israel. In Deutschland als Kind aus Polen stammender staatenloser Überlebender der Shoah geboren, studierte er Soziologie, Psychologie und Geschichte in Israel wie auch in den USA. Er lehrte daraufhin an der Columbia University in New York and an der LMU München. Zu seinen Publikationen gehören Jewish Memory and the Cosmopolitan Order (2011), Human Rights and Memory (2010), Gedächtnisraum Europa: Kosmopolitismus: Jüdische Erfahrung und Europäische Vision (2008), und The Holocaust and Memory in the Global Age (2005, zus. mit Daniel Levy). Zusammen mit Alejandro Baer erforscht er derzeit Erinnerungskonflikte in Spanien und Argentinien. In The Ethics of Never Again (2016) zeigen die beiden Autoren, wie nationale Erinnerungen zu einer kosmopolitischen Ethik der Vergangenheitsbewältigung universalisiert werden.