Sophie-Charlotte Opitz, 1987 in Aachen geboren, ist promovierte Kunst- und Kulturwissenschaftlerin und Kuratorin. Ihre Doktorarbeit zu den Produktionsmechanismen zeitgenössischer Kriegs- und Konfliktfotografie wurde von Prof. Dr. Astrid Erll und Prof. Dr. Verena Kuni betreut und im Bereich Visuelle Kultur des Instituts für Kunstpädagogik, Goethe Universität, Frankfurt am Main, verfasst. Nach ihrer wissenschaftlichen Mitarbeit an der Goethe Universität (2015–2018) und einem darauffolgenden Stipendium als Kunstkoordinatorin an der Akademie Schloss Solitude, ist Opitz seit 2019 Stipendiatin im Programm „Museumskuratoren für Fotografie“ der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Ihre Forschungsinteresse umfasst Fragen zu medienübergreifenden Erinnerungsdynamiken, politischer (Un-)Sichtbarkeit und Medialität und Materialität kollektiver Erinnerungskulturen.

Sophie-Charlotte Opitz (*1987, Aachen) is curator and theorist of art and cultures. She holds a PhD in Visual Culture studies. After her degree in philosophy and art education, she wrote a PhD thesis on aesthetics and the dynamics of war and conflict photography, supervised by Prof Astrid Erll and Prof Verena Kuni at Goethe University, Frankfurt. After working as a research assistant (2015–2018) and a fellowship as art coordinator at Akademie Schloss Solitude, Opitz is a fellow of the program “museum curators for photography” of the Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung now. Within her research, she is primarily interested in media-related memory dynamics, materiality of collective memory cultures, and the politics of (in-)visibility.

 

Publications:

Bilderregungen. Die Produktionsmechanismen zeitgenössischer Kriegsfotografie. Weimar: Jonas Verlag, 2020. 

In Between. On Levitating Encounters. Interview with Zoltán Lesi and Ricardo Portilho. In: www.schloss-post.com, 2019.

The Memory Mosaic – A Visual Archive of A People from Kurdistan. In: www.schloss-post.com. Issue No. 5 – Histories. An Everyday Practice, 2019.

Wogen der Flut. Visualität und Materialität chronotopischer Transformationen in künstlerischer Kriegsfotografie. In: Ehrler, M. & Weiland, M. (Hg.): Topografische Leerstellen. Ästhetisierungen verschwindender und verschwundener Dörfer und Landschaften. Bielefeld: transcript Verlag, 2018.

 

PhD project:

Bilderregungen – Untersuchungen zur ästhetischen Konzeption und Dynamik von Kriegs- und Konfliktfotografie

The Ph.D. thesis targets on ‘iconological interspaces’ between war and conflict photographs and their aesthetical conception and dynamics. Instead of an explicit distinction between producer and consumer of photographs, the thesis claims cross-movements between these groups which veers away from a separation of those who make an image, and those who look at it.

In terms of war and conflict photography, the sovereignty of interpretation implicates a political dimension. The possession of ‘rights of visibility’ serves as a pre-condition for judging interpretations as valid or invalid. Within the course of time and evolution of media, the production and circulation of photographs led to a change not just of image cultures but of cultures of war.

The title of the thesis can therefore be read in two ways: The term Bilder-regungen (PicturE-motions) describes processes in which images ‘move’ and entities like information transfers and memory cultures accelerate because of images. The term Bilderregungen (Pictur-Emotions) points to the question: What ‘moves’ the image? The perspective consequently shifts from thoughts on effects of images to effects on image-making.

The thesis concentrates on sometimes paradox contexts, meaningful correlations, superimpositions, movements, and replacements. These dynamics lead to changes of perspective disclosed by aesthetical conceptions and especially ‘interspaces’ between photographs which can generate new insights on their potential, function and constitution.

Bilderregungen – Untersuchungen zur ästhetischen Konzeption und Dynamik von Kriegs- und Konfliktfotografie

Das Promotionsprojekt fokussiert die ‚Zwischenräume‘ und die ästhetischen Konzeptionen und Dynamiken von Kriegs- und Konfliktfotografien. Statt der klaren Trennung in Produzent_in und Rezipient_in, eröffnen die Untersuchungen eine reziproke Beziehung, die die Grenzen dieser Zuordnung von denen, die erstellen, und denen, die erblicken, auflöst.

Die Deutungshoheit über Bilder von Kriegs- und Konfliktereignissen führt eine politische Dimension mit sich, denn der Besitz von ‚Sichtbarkeitsrechten‘ beeinflusst maßgeblich die Wahrheitseffekte als deren allgemeingültige Interpretation. Durch die Medienentwicklung haben sich die produzierten und in den Umlauf gebrachten Bilder deutlich gewandelt und führen in der Konsequenz zu einem weiteren Wandel von ‚Kriegskultur‘.

So kann der Titel auf zwei Weisen gelesen werden: Bilder-Regungen beschreibt solche Vorgänge, in denen Bilder etwas bewegen und etwas durch sie bewegt wird. Der Begriff der Bild-Erregungen widmet sich der Frage: Was bewegt wiederum das Bild? Die Perspektive wendet sich weg von dem, was ein Bild bewirkt, und hin zu dem, wodurch ein Bild geformt wird.

Das Ziel der Untersuchung ist keine allgemeingültige Aussage darüber, was Kriegs- und Konfliktfotografie ist oder wie man sie zu deuten hat. Es sind vielmehr eben diese, manchmal paradoxen, Sinnzusammenhänge, -übereinanderlagerungen, -verschiebungen und -ablösungen, und die hiermit verbundenen Perspektivwechsel, die die ästhetischen Konzeptionen, aber insbesondere die Räume, die zwischen ihnen kreiert werden, eröffnen, und über deren Potenzial, Funktion und Beschaffenheit die vorliegende Arbeit neue Erkenntnisse generiert.